APT einfach erklärt: Was sind Advanced Persistent Threats?
Eine besonders raffinierte und gefährliche Formvon Cyberbedrohungen stellt die Advanced Persistent Threat dar, kurz APT. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und warum ist es so wichtig, sich davor zu schützen? Dieser Artikel soll Ihnen einen verständlichen Überblick über APTs geben.
Was ist ein Advanced Persistent Threat?
Advanced Persistent Threats (APTs) sind komplexe und langfristige Cyberangriffe, die darauf abzielen, in ein Netzwerk einzudringen und dort unentdeckt zu bleiben, um über einen längeren Zeitraum sensible Daten zu stehlen oder Schaden anzurichten. Der Begriff APT steht für „Advanced Persistent Threat“, was übersetzt so viel bedeutet wie „fortgeschrittene, ausdauernde Bedrohung“. APTs sind anders als herkömmliche Cyberangriffe, die oft auf schnelle Gewinne abzielen.
Definition und Merkmale von APT
APTs zeichnen sich durch eine Reihe spezifischer Merkmale aus. Im Kern handelt es sich um gezielte Angriffe, die von Angreifern mit bestimmten Eigenschaften durchgeführt werden. Dazu gehören:
- Gute Finanzierung und hohe Qualifikation der Angreifer.
- Der Einsatz von fortschrittlicher Technologie und Taktiken, um in die IT-Systeme ihrer Opfer einzudringen.
Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist die Persistenz: APTs versuchen, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben, um kontinuierlich Daten zu stehlen oder das Netzwerk zu kompromittieren. Dabei implementieren sie oft Hintertüren, um den Zugang zu einem Netzwerk langfristig aufrechtzuerhalten.
Unterschied zwischen APT und anderen Bedrohungen
Der wesentliche Unterschied zwischen APTs und anderen Cyberbedrohungen wie Viren oder Würmern liegt in der Zielsetzung und der Vorgehensweise. Während herkömmliche Malware oft darauf abzielt, sich schnell zu verbreiten und möglichst viele Systeme zu infizieren, sind APT-Angriffe strategisch geplant und auf spezifische Ziele ausgerichtet. Cyberkriminelle nutzen dabei oft Social Engineering, um Zugangsdaten zu erlangen oder Mitarbeiter dazu zu bringen, schädliche Software auszuführen. APTs sind somit weitaus komplexer und schwerer zu erkennen als andere Bedrohungen.
Fortgeschrittene Angreifer sind gut finanziert
APTs werden in der Regel von APT-Gruppen oder sogar von staatlichen Akteuren, sogenannten Nationalstaaten, durchgeführt. Diese APT-Angreifer verfügen über umfassende Ressourcen und Expertise, um Zero-Day-Schwachstellen auszunutzen und komplexe Angriffsszenarien zu entwickeln. Oftmals sind diese Angreifer staatlich unterstützt und motiviert durch Spionage, das Stehlen von geistigem Eigentum oder das Ausführen von Cyberangriffen, um politische oder wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Aufgrund ihrer Fähigkeiten stellen APTs eine erhebliche Bedrohung für große Unternehmen und Organisationen dar.
APT-Angriffe: Wie sie funktionieren
Typische Angriffsvektoren
APT-Angriffe nutzen eine Vielzahl von Angriffsvektoren, um in ein Netzwerk einzudringen. Dabei kommen oft folgende Methoden zum Einsatz:
- Phishing-E-Mails, die gezielt an Mitarbeiter verschickt werden, um Zugangsdaten zu stehlen oder Schadsoftware einzuschleusen.
- Schwachstellen in Software oder Betriebssystemen. APT-Angreifer suchen gezielt nach Zero-Day-Schwachstellen, um diese auszunutzen und in IT-Systeme einzudringen.
Das Ziel ist, unbemerkt Zugriff zu einem Netzwerk zu erhalten.
Übliche Angriffstechniken
Sobald ein APT-Angreifer Zugang zu einem Netzwerk erhalten hat, kommen verschiedene Angriffstechniken zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise:
- Lateral Movement, also die seitliche Ausbreitung innerhalb des Netzwerks, um weitere Systeme zu kompromittieren.
- Die Installation von Hintertüren, um einen dauerhaften Zugriff auf das Netzwerk zu gewährleisten.
APT-Gruppen können somit über lange Zeiträume Daten stehlen und das Netzwerk kompromittieren, ohne entdeckt zu werden.
Zusammenhang mit APT-Angriffen
Social Engineering spielt bei APT-Angriffen eine entscheidende Rolle. APT-Angreifer nutzen psychologische Manipulation, um Mitarbeiter dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben oder schädliche Software auszuführen. Dies kann beispielsweise durch gefälschte E-Mails oder Anrufe geschehen, die von vertrauenswürdigen Quellen zu stammen scheinen. Da diese Angriffe sehr gezielt und personalisiert sind, sind sie besonders schwer zu erkennen. Die fortgeschrittenen Techniken, die APT-Angreifer verwenden, machen die Erkennung und Abwehr von APTs zu einer großen Herausforderung für große Unternehmen. Ein häufiger Einstieg sind Phishing-Mails. Wie man diese erkennt, haben wir in unserem Online-Kurs "perfekte Phishing-Mails erkennen und abwehren" behandelt.
Aufgrund der Bedrohung setzen staatlich unterstützte Nationalstaaten diese APT-Angriffe oft für Spionage ein.
Folgen von APT-Angriffen
Schäden und Auswirkungen auf Unternehmen
Die Folgen von APT-Angriffen können für große Unternehmen verheerend sein. Ein erfolgreicher APT-Angriff kann zu erheblichen finanziellen Verlusten führen, beispielsweise durch den Diebstahl von geistigem Eigentum oder Betriebsgeheimnissen. Zudem kann der Imageschaden enorm sein, wenn sensible Daten in die falschen Hände geraten. Die Wiederherstellung der IT-Systeme nach einem solchen APT-Angriff kann ebenfalls sehr kostspielig sein. Darüber hinaus können rechtliche Konsequenzen drohen, wenn Datenschutzbestimmungen verletzt wurden. Die Bedrohung durch APTs ist somit nicht zu unterschätzen.
Langfristige Bedrohungen durch APTs
Die langfristigen Bedrohungen durch APTs sind besonders tückisch, da APT-Gruppen oft lange Zeit im Netzwerk verharren, um unentdeckt zu bleiben. Dies ermöglicht es den APT-Angreifern, kontinuierlich Daten abfließen zu lassen und das Netzwerk zu kompromittieren. Selbst wenn ein APT-Angriff entdeckt wird, können die APT-Gruppen bereits Hintertüren implementiert haben, um den Zugang zu einem Netzwerk aufrechtzuerhalten. Diese Persistenz macht es sehr schwierig, die APT-Angreifer vollständig aus dem System zu entfernen und zukünftige APT-Angriffe zu verhindern. Der Begriff APT steht somit für eine nachhaltige Gefahr.
Beispiele für erfolgreiche APT-Angriffe
Es gibt zahlreiche Beispiele für erfolgreiche APT-Angriffe, die große Unternehmen und staatliche Organisationen betroffen haben. Ein bekanntes Beispiel ist der APT-Angriff auf den Deutschen Bundestag, bei dem sensible Daten entwendet wurden. Auch der Angriff auf den US-amerikanischen Rüstungskonzern Lockheed Martin, bei dem APT-Angreifer versuchten, an Informationen über das Kampfflugzeug F-35 zu gelangen, ist ein Beispiel für die Gefährlichkeit von APTs. Diese APT-Angriffe zeigen, dass selbst Organisationen mit hohen Sicherheitsstandards nicht immun gegen Advanced Persistent Threats sind, und dass staatlich unterstützte Nationalstaaten diese APT-Angriffe häufig für Spionage einsetzen.
Schutz vor Advanced Persistent Threats
Präventive Maßnahmen gegen APTs
Um sich vor Advanced Persistent Threats zu schützen, sind präventive Maßnahmen unerlässlich. Dazu gehört die Implementierung einer mehrschichtigen Sicherheitsstrategie, die verschiedene Schutzmechanismen kombiniert. Regelmäßige Sicherheitsaudits und Penetrationstests helfen, Schwachstellen in den IT-Systemen zu identifizieren und zu beheben. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Gefahren von Social Engineering und Phishing ist von großer Bedeutung. Eine frühzeitige Erkennung von verdächtigen Aktivitäten ist entscheidend, um einen APT-Angriff zu stoppen, bevor er Schaden anrichten kann.
Wie bereits erwähnt, ist einer der häufigsten Einstiegspunkte ein Phishing-Angriff, diese kann man jedoch erkennen und verhindern.
Mit Hilfe von Phishing-Simulationen senden Unternehmen täuschend echte Phishing-Mails direkt in den Posteingang ihrer Mitarbeitenden. Anschließend kann analysiert werden, wer klickt und wo es Schulungsbedarf gibt. Es handelt sich um keinen echten Phishing-Angriff, sondern um eine Trainingssituation in einem geschützten Umfeld.
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Reaktionsstrategien bei einem APT-Angriff
Sollte es dennoch zu einem APT-Angriff kommen, sind schnelle und effektive Reaktionsstrategien gefragt. Ein Incident-Response-Plan sollte klare Anweisungen für den Fall eines Angriffs enthalten. Dazu gehört die Isolierung betroffener Systeme, die Analyse des Angriffs, die Beseitigung der Malware und die Wiederherstellung der Daten. Wichtig ist auch, die Vorfälle gründlich zu dokumentieren, um daraus für die Zukunft zu lernen. Die Zusammenarbeit mit externen Sicherheitsexperten kann in solchen Situationen hilfreich sein, um den APT-Angriff effektiv zu bewältigen und weitere Schäden zu minimieren. Oft zielt ein APT-Angriff darauf ab, Zugangsdaten zu stehlen.
Technologien zur Erkennung von APTs
Es gibt verschiedene Technologien, die bei der Erkennung von APTs helfen können. Dazu gehören Intrusion Detection Systeme (IDS), Intrusion Prevention Systeme (IPS) und Security Information and Event Management (SIEM)-Systeme. Diese Technologien überwachen den Netzwerkverkehr und die Systemaktivitäten, um verdächtige Muster zu erkennen. Auch Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen spielen eine wichtige Rolle, da sie Endgeräte überwachen und bei der Erkennung von Malware und verdächtigem Verhalten helfen. Durch den Einsatz dieser fortgeschrittenen Technologien können große Unternehmen ihre Fähigkeit zur Erkennung von APT-Angriffen deutlich verbessern und sich besser vor dieser komplexen Bedrohung schützen.